Professionelle Finanzkommunikation

Unternehmer kommunizieren im Allgemeinen nicht gerne, wenn es um ihre Finanzen geht. Gerade in kritischen Zeiten wird lieber gar nichts gesagt als etwas Falsches.

Doch dies verstärkt nur das Kardinalproblem: mangelnde Kalkulierbarkeit des Unternehmens seitens des Kapitalgebers.

Ein Satz des englischen Historikers und Soziologen Cyrill N. Parkinson verdeutlicht die Wichtigkeit der Finanzkommunikation:

Ein Vakuum - geschaffen durch fehlende Kommunikation - füllt sich in kürzester Zeit mit falscher Darstellung, Gerüchten, Geschwätz und Gift.

Banken wollen nur solche Kunden und Geschäftsmodelle begleiten, die sie verstehen und an die sie glauben. Das heißt, dass

  • das Geschäftskonzept überzeugt
  • die handelnden Personen verlässlich sind
  • die Strategie nachvollziehbar ist.

Vertrauen ist also der Schlüsselfaktor in Finanzbeziehungen und die Finanzkommunikation dient zuallererst dem Vertrauensaufbau.

Mancher Unternehmer mag denken,es geht mir doch gerade gut, ich habe keine (Liquiditäts-) Probleme bei meiner Bank. Auch hier gilt: nach dem Spiel ist vor dem Spiel.

Die beste Zeit, eine Professionalisierung der Finanzkommunikation zu üben und Vertrauen aufzubauen, ist der konjunkturelle Aufschwung. Denn dann geht es Unternehmen wirtschaftlich gut und der Bankkontakt ist vergleichsweise unkritisch. Ähnlich wie Schwungrad braucht die Finanzkommunikation nämlich einige Zeit, bis sie in Gang kommt. Dann aber entfaltet sie eine hohe Wirkung: das erarbeitete Vertrauen ist belastbar und bildet auch in Krisenzeiten das Fundament für eine ausreichende Liquiditätsversorgung.